Burkhard Schröder

© Bernd Lammel

Sind Redakteure von Schülerzeitungen Journalisten? Wenn ja, dann habe ich im letzten Jahr mein 50-jähriges Berufsjubiläum gefeiert. Am 08.11.1969 bekam ich zehn Mark für einen Artikel in der WAZ - mein erstes Honorar!

Schreiben war immer meine Leidenschaft, aber damals plante ich noch nicht, daraus einen Beruf zu machen.

Ich stamme aus Holzwickede im Ruhrgebiet, wuchs in Unna auf und machte mein Abitur am dortigen Pestalozzi-Gymnasium. In Münster studierte ich Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, ab 1973 an der Freien Universität Berlin. Das Staatsexamen absolvierte ich mit einer altgermanistischen Arbeit zum Thema: "Feudale Identität und epische Form im Nibelungenlied".

Während des Studiums war ich aktiv in der linksextremistischen und maoistischen KPD. Meine Kontakte zu Oppositionellen der " Charta 77" in der damaligen CSSR waren vermutlich der Grund, warum mir die Einreise in die DDR verweigert wurde. Originalzitat aus der betreffenden Akte des Ministeriums für Staatssicherheit:
"Das Objekt [B.S.] ist Bartträger, sauber, aber nicht modern gekleidet und macht den Eindruck, nicht besonders gesprächig zu sein."

Nach einem Intermezzo als Lehrer an einem humanistischen Gymnasium in Berlin war ich Taxiunternehmer und Herausgeber der Zeitschrift " HerrMann ". Ab 1985 arbeite ich als Schriftsteller und freier Journalist, vor allem für den "Tagesspiegel", die "taz", die "Jungle World" und "Telepolis".

Von Februar 2005 bis September 2007 war ich Chefredakteur des unabhängigen Berliner Medienmagazins Berliner Journalisten.

Seit 1997 lehre ich investigative Internet-Recherche an der Berliner-Journalisten-Schule und anderen Bildungseinrichtungen. Ich hatte bis 2017 Lehraufträge an der University of Applied Science Europe für investigative Recherche, deutsche Sprache und Wirtschaftsjournalismus.

Seit 2014 arbeite ich auch für das Sicherheitsunternehmen Securitas .

1993 wurde wegen des Buches "Rechte Kerle" ein Foto von mir und dem Fotodesigner Dietmar Gust in der rechtsextremen Terrorliste " Der Einblick " veröffentlicht, mit der Aufforderung, den dort Genannten "unruhige Nächte" zu bereiten.

Über mich:
The New York Times
Testimony of the Twentieth Century - von Marie Ueda
Wikipedia

Mitgliedschaften:
DJV Berlin
Mitgründer und Vorsitzender des Vereins German Privacy Fund.