Virtueller Nachtrag
Mein Hauptquartier in Secondlife… auch mit Security. :-)
Vertex und Riggung oder: Die dritte Kammer der Blender-Shaolin
Nein, das Publikum möge dieses Posting nicht lesen. Es ist viel zu lang und interessiert nur zweieinhalb Personen. Ich schreibe einige Dinge auf, damit ich es später nachlesen kann. Ich hatte beschlossen, heute das Zeitgeschehen komplett außen vor zu lassen und mich nur irrelevanter persönlicher Weiterbildung zu widmen. Die Titelidee verdanke ich dem geneigten Publikum, das zu recht darauf hinwies, dass ich nicht umhin käme, das fucking manual von Blender trotz allen Widerwillens eingehend zu studieren.
Statische Dinge, Personen, Tiere (siehe das goreanische Tharlarion ganz unten) machen mir nur noch wenig Probleme. Extra: Größere Arrangements aus Mesh-Objekten zusammenzusetzen (nur eine Frage der Zeit, die ich nur selten habe). Kleine Aufgaben, wie mit Blender virtuelle Löcher in virtuelle Mesh-Vasen zu bohren, habe ich vertagt, weil das einfach ist. Vielleicht kurz morgen nach dem Frühstück als 3D-Etüde…
Ab der dritten Kammer der Blender-Shaolin wird es jedoch vertrackt. Zwei Aufgaben habe ich mir gestellt:
I. Vertex zu verstehen. Das ist einfach zu beschreiben, aber kompliziert umzusetzen. Erstellt man zum Beispiel eine menschliche Figur mit Tripo3D.ai und exportiert sie anschließend in Blender, besteht diese aus fast zwei Millionen Polygonen. Um das Objekt hochladen zu können und um auf eine realistische Zahl von Verts und Faces zu kommen (in Blender sind Verts (Vertices) die Eckpunkte eines Mesh-Objekts und Faces die Flächen, die zwischen diesen Punkten aufgespannt werden), muss man das Objekt – bzw. die Anzahl der Vertices und Faces – erheblich reduzieren. Mit dem Faktor 0,05 ist man auf der sicheren Seite, wenn man plant, nach Secondlife upzuloaden.
Ich habe, was amüsant war, ChatGPT damit in den Roboterwahnsinn getrieben – vermutlich weil es keine rein deutsche Blender-Version gibt, sondern nur eine aus Denglisch. Die KI fing an zu stammeln und sich zu korrigieren wie in Lems Ananke, ohne zu einem Ergebnis zu kommen, das mir geholfen hätte.
Das Problem: Man kann einzelne Flächen oder Teil des Objekts definieren, die beim Dezimieren ausgelassen werden. Das ist wichtig, wenn es um humanoide Figuren geht, deren Gesichter meistens nach dem virtuellen Schrumpfen komisch, wenn nicht gar hässlich aussehen. Bei der obigen Dame in Rot habe ich Glück gehabt, aber bei anderen, die ich dem Publikum erspare, nicht. Eine polygone Schöne soll im Gesicht attraktiv bleiben, obwohl der Rest des Körpers virtuell grob vereinfacht wird. Das geht mit Vertices. Ich habe es noch nicht hingekriegt.
II. Animierte Mesh-Figuren und Dinge
Ich ließ mir gestern während der Arbeit das Procedere von ChatGPT lang und breit erklären. Wenn eine Figur mit Blender und Animesh animiert und dann nach Secondlife hochladen wurde, kann ein Script aus Secondlife die Animseh- Animation überschreiben? Was ist, wenn Animesh und Sl-Script sich widersprechen? Und noch viele ähnliche Fragen…
Man muss Mesh-Figuren ein Skelett einziehen, damit das Objekt sind bewegt. Theoretisch ist das nicht weiter schwierig zu verstehen, aber es mit Blender umzusetzen so „einfach“ wie einen Fliegenden Holländer aus seinen Einzelteilen zusammenzufummeln.
Das Second-Life-Skelett
► Second Life verwendet ein vorgegebenes Skelettsystem. Mit Project Bento wurde es um zusätzliche Knochen erweitert, unter anderem für Finger, Gesicht, Schwanz und Flügel.
► Du kannst die Knochenpositionen an deine Figur anpassen. Die unterstützten Namen und die erforderliche Hierarchie müssen aber erhalten bleiben.
►Für deine menschlichen Figuren brauchst du nicht alle Bento-Knochen zu verwenden. Wenn sich nur Kopf und Oberkörper bewegen sollen, reicht eine entsprechend gewichtete Teilmenge der unterstützten Knochen.
► Wichtig ist der Unterschied zwischen Rigging und Animation:
– Rigging erfolgt einmalig: Du verbindest die Figur mit dem Skelett.
– Animationen kannst du anschließend beliebig viele erstellen, ohne die Figur jedes Mal neu hochzuladen.
Nimm eine deiner bereits vorhandenen stehenden Tripo-Figuren, bei der Kopf und Hals gut erkennbar sind.
Unser erstes Ziel sollte sein, dass die Figur in Firestorm als Animesh hochgeladen wird und den Kopf um zehn Grad drehen kann.
Damit lernst du die drei entscheidenden Arbeitsschritte: Skelett einfügen, Mesh an die Knochen binden und eine Animation erstellen.
Wenn das funktioniert, kannst du mit demselben Prinzip später einen Wüstenkrieger knien lassen, eine Kaiila den Kopf senken lassen oder eine Schlange animieren.
Ich habe mich damit abgefunden, dass ich die Figuren, die ich schon erstellt haben, nicht mehr im Nachhinein versuchen sollte zu animieren, sondern dass ich ganz neue erschaffen muss.
Exkurs: Ich mag meine Video-Tutorials, sondern lese lieber Texte. Man kann leichter vor und zurück, und maus sich auch nicht das Genuschel und Herumgeholpere der Rhetorik-Laien antun, die zumal ausnahmslos von Pädagogik oder von Usability keine Ahnung haben. Ich habe noch kein Blender-Tutorial gefunden, beim sich bei mir nicht nach wenigen Sekunden die Fingernägel gerollt hätten. Nein, Leute, vergesst das. Da quäle ich mich lieber durch das Handbuch im Original.
Bei diesem Thema war die KI sehr hilfreich. Ich finde die Vorschläge vernünftig. Was genau ist aber jetzt Rigging? Wenn ich zum Beispiel ein Mesh-Tier mache, könnte ich vier Beine und den Kopf als einzelne Objekte machen, dann in Secondlife zusammenfügen und dann in jedes Bein und in den Kopf ein Skript legen, das die Teile bewegt – oder gibt es eine bessere Methode?
Für deine Kaiila würde ich allerdings eine etwas andere Methode empfehlen: Ein einziges Steuerungsskript bewegt sämtliche Körperteile. Du brauchst nicht in jedem Bein und im Kopf ein eigenes Skript.
1. Methode: Mehrere Mesh-Teile mit einem LSL-Skript
Du könntest deine Kaiila aus sieben Teilen aufbauen:
1. Rumpf (Root-Prim, bleibt unbeweglich)
2. Vorderbein links
3. Vorderbein rechts
4. Hinterbein links
5. Hinterbein rechts
6. Kopf mit Hals
7. Schweif
Alle Teile werden in Second Life zu einem Linkset verbunden. Das Steuerungsskript liegt im Root-Prim und verändert die Position und Rotation der einzelnen Teile mit llSetLinkPrimitiveParamsFast().
Damit könntest du beispielsweise erreichen, dass die Kaiila gelegentlich den Kopf senkt, den Schweif bewegt oder leicht mit einem Vorderbein scharrt.
Aber es gibt ein Problem: Ein separates Mesh-Bein dreht sich standardmäßig um den Ursprung des jeweiligen Mesh-Objekts. Liegt dieser nicht am Gelenk, bewegt sich das Bein unnatürlich. Die Drehpunkte müssen deshalb in Blender sorgfältig vorbereitet werden.
Das ermöglicht deutlich natürlichere Bewegungen, insbesondere an den Gelenken. In Second Life lässt sich das Tier dann als Animesh animieren. Der Nachteil ist der zusätzliche Aufwand beim Rigging und der deutlich höhere Land Impact durch Animesh.
1. In Blender: Die beweglichen Teile als einzelne Mesh-Objekte vorbereiten. Besonders wichtig sind die Drehpunkte am Halsansatz, an den Schultergelenken und am Schweifansatz.
2. Nach Second Life hochladen: Die Mesh-Teile können separat hochgeladen werden. Alternativ lassen sich mehrere Objekte in einer Collada-Datei exportieren.
3. In Firestorm: Die Teile korrekt zusammensetzen und miteinander verlinken. Den Rumpf als Root-Prim verwenden.
4. Ein LSL-Skript in den Rumpf legen: Das Skript steuert alle beweglichen Teile über ihre Linknummern oder Namen.
5. Zufällige Pausen einbauen: Beispielsweise alle 15–40 Sekunden eine kleine Bewegung. Danach kehrt das betreffende Körperteil langsam in seine Ausgangsposition zurück.
Wichtig für die Qualität:
Bei einer Kaiila aus Tripo3D.ai ist die größte Schwierigkeit nicht das Skript, sondern die Trennung der Mesh-Teile in Blender. An den Schnittstellen können Löcher oder sichtbare Spalten entstehen.
Ich würde deshalb die Beine zunächst nicht bewegen und mit Kopf und Schweif anfangen. Das wirkt bereits lebendig und ist technisch deutlich einfacher.
Außerdem solltest du die beweglichen Teile so vorbereiten, dass ihre Drehpunkte tatsächlich an den Gelenken liegen. Sonst schwenkt beispielsweise der ganze Kopf um seinen Mittelpunkt statt um den Halsansatz.
Dann frisch ans Werk! Aber ob ich morgen dazu komme, weiß ich nicht. Und Übermorgen steht wieder die Lohnschinderei an mit Aufstehen um vier Uhr.
Das Tierchen dekoriert schon meine Sim in Secondlife. Die Beladung habe ich gesondert gemacht.
[Angebereimodus on] Alles, was auf dem Screenshot zu sehen ist, habe ich selbst erzeugt.
Afro
Man sollte die Dame mit dem Mauszeiger drehen, bewegen und zoomen können.
Morgen mehr dazu (auch wenn es niemanden interessiert).
Im Nahen Osten, revisited
Da saß ich am 08.10.2023 (Panoramafoto), Tel Aviv, Stadtteil Harakevet. 21:40 Uhr, 26 Grad. Ich schrieb damals hier: „Die Aussicht von der Dachterrasse meines Hostels (Vier-Betten-Zimmer) ist atemberaubend. Mittlerweile habe ich freies WLAN und die App Red Alert geladen. Und der Rezeptionist hat mir zuerst den Bunker gezeigt. Soweit zur Stimmung hier. Die wenigen anderen Touristen hier, meistens Deutsche, reisen alle ab. Vielleicht werde ich Jerusalem für mich allein haben. Der Plan ist gut.“
By the way: Die „Antisemitismus-Regeln„, auf die sich die SPD, die Grün*Innen und die so genannte „Linke“ in Berlin geeinigt haben, kann man direkt in die Tonne treten. „Wir stehen für eine Zwei-Staaten-Lösung“. Da lachen ja die nicht koscheren Hühner. Wer angesichts der Massakers vom 07. Oktober 2023 die Araber für den Terror noch belohnen will, in dem man ihnen einen eigenen Staat gibt, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank.
Unter vielleicht Vergesellschaftenden
Ich habe mir einen interessanten Artikel von Fatina Keilani in der paywallgeschützten bürgerlichen Presse zusammenfassen lassen (und natürlich umformuliert und Links zu den Quellen hinzugefügt). Der Titel „Der Enteignungs-Plan der Linken stößt an juristische Grenzen“ führt entweder in die Irre oder suggeriert das Falsche.
Die Behauptung, eine Vergesellschaftung könne an der Verhältnismäßigkeit scheitern, ist keineswegs eindeutig: Die Berliner Expertenkommission war darüber gespalten.
Zusammenfassung
Die Berliner Linke will große private Wohnungsunternehmen mit mehr als 3.000 Wohnungen vergesellschaften. Bis zu rund 220.000 Wohnungen könnten nach den im Artikel genannten Zahlen betroffen sein. Rechtsgrundlage soll Art. 15 GG sein. Dieser erlaubt ausdrücklich, „Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel“ durch Gesetz in Gemeineigentum oder andere Formen der Gemeinwirtschaft zu überführen. Eine solche Vergesellschaftung muss entschädigt werden.
Davon zu unterscheiden ist die klassische Enteignung nach Art. 14 Abs. 3 GG. Sie dient typischerweise einem konkreten Vorhaben, etwa einer Straße oder Bahntrasse. Art. 15 GG ermöglicht dagegen eine strukturelle Änderung der Eigentumsordnung für bestimmte Arten von Gütern. Art. 15 verweist hinsichtlich der Entschädigung ausdrücklich auf Art. 14 Abs. 3 Satz 3 und 4: Die Entschädigung muss aufgrund einer „gerechten Abwägung“ zwischen Allgemeininteresse und Interessen der Betroffenen bestimmt werden. Das Grundgesetz verlangt also nicht ausdrücklich eine Entschädigung zum vollen Verkehrswert.
Berlin hat im März 2026 ein Vergesellschaftungsrahmengesetz verabschiedet. Dieses Gesetz vergesellschaftet selbst noch keine Wohnungen. Es schafft lediglich einen rechtlichen Rahmen. Für die tatsächliche Überführung großer Wohnungsbestände wäre ein weiteres konkretes Gesetz erforderlich, das insbesondere Gegenstand, betroffene Unternehmen bzw. Vermögenswerte, Gemeinwirtschaftsform und Entschädigung regelt.
Hinzu kommt: Das Rahmengesetz wurde am 27. März 2026 verkündet und bestimmt ausdrücklich, dass es erst 24 Monate nach seiner Verkündung in Kraft tritt – also erst im März 2028.
Kann der Bund Berlin stoppen?
Hier liegt eine der wichtigsten juristischen Fragen. Nach Art. 74 Abs. 1 Nr. 15 GG gehört die Überführung von Grund und Boden, Naturschätzen und Produktionsmitteln in Gemeineigentum ausdrücklich zur konkurrierenden Gesetzgebung.
Solange der Bund von dieser Kompetenz keinen Gebrauch macht, dürfen grundsätzlich die Länder gesetzgeberisch tätig werden. Das ergibt sich aus Art. 72 Abs. 1 GG. Allerdings kann der Bund für Art. 74 Abs. 1 Nr. 15 nur tätig werden, wenn die zusätzliche Voraussetzung des Art. 72 Abs. 2 GG erfüllt ist: Eine bundesweite Regelung muss zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse oder zur Wahrung der Rechts- oder Wirtschaftseinheit im gesamtstaatlichen Interesse erforderlich sein.
Ein verfassungsgemäßes Bundesgesetz könnte den gesetzgeberischen Spielraum Berlins sperren. Der Bund könnte das aber nicht allein mit dem politischen Argument tun, Berliner Vergesellschaftungen verhindern zu wollen. Seine Gesetzgebung müsste die Voraussetzungen des Art. 72 Abs. 2 GG erfüllen. Ob sie das tut, könnte letztlich vom Bundesverfassungsgericht überprüft werden.
Berliner Landesverfassung
Ein weiterer Streitpunkt ist Art. 23 der Verfassung von Berlin. Er garantiert Eigentum und erlaubt Enteignungen zum Wohl der Allgemeinheit, enthält aber – anders als das Grundgesetz – keine ausdrückliche Vergesellschaftungsklausel.
Ob daraus ein Verbot der Vergesellschaftung folgt, ist umstritten. Die Mehrheit der vom Berliner Senat eingesetzten Expertenkommission sah darin keine Sperre. Dagegen vertraten unter anderem die Verfassungsrechtler Wolfgang Durner und Christian Waldhoff in einem Sondervotum eine strengere Auffassung.
Damit ist die Aussage „die Berliner Landesverfassung könnte das Vorhaben verhindern“ eine vertretbare juristische Position, aber keine geklärte Rechtslage.
Entschädigung – vermutlich einer der größten Streitpunkte
Besonders konfliktträchtig wäre die Höhe der Entschädigung. Art. 15 GG schreibt keinen Verkehrswert vor, verweist aber auf die „gerechte Abwägung“ nach Art. 14 Abs. 3 GG. Deshalb ist eine Entschädigung unterhalb des Verkehrswerts grundsätzlich nicht schon nach dem Wortlaut ausgeschlossen. Wie weit der Gesetzgeber darunter bleiben dürfte, ist jedoch ungeklärt, weil das Bundesverfassungsgericht über eine Vergesellschaftung nach Art. 15 GG bislang keine entsprechende Grundsatzentscheidung getroffen hat.
Deshalb ist [die im Artikel genannte] Vorstellung einer Entschädigung von nur etwa 40–60 Prozent des Verkehrswerts rechtlich keineswegs gesichert. Ob ein derart großer Abschlag noch eine „gerechte Abwägung“ darstellt, wäre wahrscheinlich ein zentraler Gegenstand eines Verfassungsprozesses.
Geeignet, erforderlich und angemessen
Vergesellschaftung muss geeignet, erforderlich und angemessen sein und könnte insbesondere an der Erforderlichkeit scheitern, weil mildere Mittel wie Neubau, Mietpreisbremse oder Kappungsgrenzen existieren.
Für eine gewöhnliche Enteignung nach Art. 14 Abs. 3 GG ist die strenge Verhältnismäßigkeitsprüfung eindeutig. Das Bundesverfassungsgericht verlangt dort ausdrücklich, dass kein gleich geeignetes milderes Mittel vorhanden sein darf.
Bei Art. 15 GG ist aber gerade umstritten, ob derselbe Maßstab gilt. Die Berliner Expertenkommission kam mehrheitlich zu einem für die Vergesellschaftungsbefürworter günstigeren Ergebnis. Ein Teil der Experten hielt das normale Verhältnismäßigkeitsgebot bei Art. 15 überhaupt nicht für anwendbar; andere verlangten zwar Verhältnismäßigkeit, aber mit gegenüber Art. 14 Abs. 3 GG modifizierten Maßstäben. Eine Minderheit hielt dagegen die Verhältnismäßigkeit des Berliner Vorhabens für nicht hinreichend nachgewiesen.
Abschlussbericht der Berliner Expertenkommission zur Vergesellschaftung
Ein wichtiger Einwand gegen die Darstellung des Artikels: Man kann die für eine normale Enteignung entwickelte Prüfung nicht ohne Weiteres vollständig auf Art. 15 GG übertragen.
Juristisches Fazit
Eine Vergesellschaftung großer Berliner Wohnungsbestände ist nicht offensichtlich verfassungswidrig. Art. 15 GG enthält vielmehr ausdrücklich eine entsprechende Ermächtigung. Die vom Berliner Senat eingesetzte 13-köpfige Expertenkommission kam 2023 mehrheitlich ebenfalls zu dem Ergebnis, dass eine Vergesellschaftung grundsätzlich verfassungskonform ausgestaltet werden kann; allerdings gab es zu wichtigen Punkten Sondervoten.
Die entscheidenden offenen Rechtsfragen wären vor allem die konkrete Ausgestaltung und Höhe der Entschädigung, das Verhältnis von Art. 15 GG zum Verhältnismäßigkeitsgrundsatz, die Berliner Landesverfassung sowie die Gesetzgebungskompetenz, falls der Bund seinerseits eine Regelung nach Art. 74 Abs. 1 Nr. 15 GG erlässt.
Der wichtigste Punkt lautet deshalb: Der Berliner Plan ist weder eindeutig verfassungswidrig noch verfassungsrechtlich abgesichert. Weil Art. 15 GG in der Geschichte der Bundesrepublik praktisch Neuland ist, dürfte ein tatsächliches Anwendungsgesetz mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit umfangreiche verfassungsgerichtliche Verfahren auslösen. Erst diese könnten viele der heute offenen Grundsatzfragen verbindlich klären.
Falls es überhaupt eine „linke“ Regierung in Berlin geben wird: Es sind jahrelange Gerichtsprozesse zu erwarten, die erst enden, wenn die übernächsten Wahlen anstehen oder so ähnlich….
PS Ich war gestern völlig übermüdet und konnte erst heute die Fehler im Code korrigieren.
Naza – die wahre Geschichte
Ansehen! (Mit deutschen Untertiteln)
Kreuzberg, revisited

Blick von der Monumentenbrücke nach Norden
Heute musste ich mit dem Rad einmal quer durch die Stadt und nahm die Gelegenheit wahr, in meinem alten Kiez vorbeizuschauen. Eigentlich sind es mehrere „alte Kieze“: Der zwischen Kleistpark und Crellestraße (70-er Jahre) und der Bergmannkiez (Anfang des Jahrtausends). Westlich der Bahn ist alles eingepollert, sogar die Langenscheidtbrücke ist gesperrt. Wie in Berlin üblich: Die Reparatur dauert länger. Ich habe da niemanden arbeiten gesehen.

Blick vom Kreuzberg nach Norden – ganz hinten sieht man den französischen und den deutschen Dom am Gendarmenmarkt. Ganz links der Potsdamer Platz.
Der Viktoriapark ist genauso eine Müllhalde wie zu der Zeit, als ich da weggezogen bin. Ein Hund würde sich ständig Scherben die in Pfoten hauen. Die Bergmannstrasse ich auch nicht mehr zu ertragen: Überall stehen hässliche Blumenkübel herum, eine Fantastillarde Poller und Verkehrszeichen, und als Fahrradfahrer kann man geblitzt werden. So langsam wie gefordert kann ich mit meinem E-Bike gar nicht fahren – ich müsste absteigen.
Nein, das ist nicht mehr schön. Aber dort wählt ja man grün. So sieht es auch aus. Ich wundere mich nur, dass der Viktoriapark noch nicht umbenannt wurde nach einer afrikanischen lesbischen Sklavenhalterin.

Der Wasserfall im Viktoriapark
Für eine Handvoll Lindendollar [Update][2. Update]
Ich habe mir heute einen Wunsch erfüllt, den ich schon seit 2008 hatte. Mir fehlten bisher die technischen Kenntnisse, das umzusetzen. Ich scheiterte bei vielen früheren Versuchen und gab endlich entnervt auf.
Ich habe also einen virtuellen Shop eröffnet – dank der Hilfe von ChatGPT. Aber es war trotzdem eine erbärmliche Fummelei…
Ich habe so viele hübsche Gadgets erstellt, die ich nach und nach alle dort anbieten werde. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Sorry, sagte ich schon, dass ich heute nur Nutzloses und dummes Zeug gemacht habe? Aber wenn ein bisschen Geld hereinkommt, kann es nicht schaden. Die Lindendollar kann man in reale Dollar bzw. Euro umrubeln.
Update: Einige meiner Objekte sind mit „adult“ gelabelt (er reicht „goreanisch“, auch wenn es sich um harmlose Dinge handelt – und schon ist es „adult“). Deswegen kann man sie nicht sehen, wenn man sich nicht einloggt und den Alterscheck von Secondlife erfolgreich bestanden hat.
Stand heute nach dem Frühstück. Jetzt mache ich etwas anderes. Versprochen.
Zurück zu Blender, ohne merkwürdigen Zügel

Eine Karawane bereitet sich auf einen strapaziösen Marsch durch die Wüste Gors vor.
Vorerst das letzte Mal, dass ich das 3D-affine Publikum mit dem Thema belästige. Ich finde, dass sich das Ergebnis sehen lassen kann. Ich habe in den letzten 24 Stunden rund 20 Figuren gemacht, mit denen ich meine Wüsten-Sim in Secondlife dekoriere. Heute beginnt dort ein großes Event („groß“ heißt: rund zwei Dutzend Rollenspieler), und alles sollte rechtzeitig fertig sein. (Ich habe nur die „Menschen“ gemacht, das virtuelle Viehzeug nehme ich mir gesondert vor – aber nicht jetzt.)
Endlich habe ich auch ein paar Probleme gelöst, die mit Blender in der Kombination mit Firestorm auftraten. Auch ChatGPT musste lange daran herumdoktern. Dafür gibt es – wie für das virtuelle Bauen in Secondlife insgesamt – kein fucking manual und keine Handbücher. Nur die Erfahrung zählt. Man muss erst einmal alle möglichen Fehler gemacht haben. (Ich danke meinen Eltern, dass sie mir eine intrinsische Motivation mitgegeben haben, auch wenn es sich – wie hier – um völlig nutzloses Zeug handelt.)

Die KI-Version des Screenshots sieht natürlich noch besser aus.
1. Ich empfehle, den Prompt für das Foto, mit dem Tripo3d.ai zurechtkommen muss, auch von ChatGPT machen zu lassen. Damit werden einige Fehler vermieden, die später erst nach dem Hochladen und Rezzen in Secondlife auftreten (obwohl virtuelles „Materialisieren“ vermutlich eine Contradictio in adiecto ist). Beispiel, schlampig und hastig geschrieben:
mache einen Prompt für: Wüstenkrieger, Karawanenführer, dolch und scimitar im Gürtel, wasserschlauch, hält eine hand hoch, als hielte er einen Zügel, ohne hintergrund, burnus blau weiß und rot
Version von ChatGPT: Photorealistic full-body image of a rugged desert warrior and caravan leader, standing upright and facing slightly toward the camera. He is an experienced caravan master from an ancient desert culture, strong and weathered, with dark sun-tanned skin and a stern, confident expression. He wears a traditional flowing desert burnous in deep blue, white and dark red fabric, layered naturally and realistically, with a wrapped desert headscarf protecting him from sun and sand. A curved scimitar in an ornate sheath and a separate dagger are clearly attached to his belt. A traditional leather waterskin hangs at his side. One arm hangs naturally near his body while the other arm is raised forward at about chest height, the hand naturally closed as if firmly holding the reins of a riding or pack animal, but NO reins and NO animal are visible. Practical leather belt, simple desert boots or sandals, realistic worn fabrics and leather, believable ancient equipment. Powerful but natural posture, no shield, no spear, no bow, no modern objects. Entire body including head, hands and feet completely visible. Isolated figure, transparent background, no scenery, no ground objects, no text. Photorealistic, highly detailed realistic skin and fabric, natural proportions, even studio lighting, sharp focus, suitable as a reference image for Tripo3D 3D mesh generation.
Wichtig ist besonders „as if holding the reins, but NO reins and NO animal are visible“. Damit bekommst du die gewünschte Handhaltung, ohne dass der Bildgenerator gleich ein Tier oder irgendwelche merkwürdigen Zügel ergänzt.
2. Ich weiß nicht, warum Firestorm mit einigen hochgeladenen Objekten nicht klarkommt, sondern sie dann nur teilweise lädt, dass nur noch Fetzen zu sehen sind. Nach einer Stunde „Konversation“ erhielt ich dann von ChatGPT den obigen Dialog. Und der löste das Problem – die Anzahl der Polygone musste schlicht noch mehr reduziert werden, obwohl Firestorm keine Fehlermeldung vor dem Upload ausspuckte – was normalerweise passiert – und niemand sagen kann, warum das Problem besteht. Versuch und Irrtum und eben.
Ich bin jetzt fertig und kann mich wieder den Weltläuften widmen.
KI wird marxistisch
Hätte uns nur jemand gewarnt!
Guckst du?
Man sollte die Dame mit dem Mauszeiger drehen, bewegen und zoomen können.
Ich werde besser. Bin aber gerade, obzwar fünf Tage frei von Lohnschinderei, sehr eingespannt. Ab Morgen wieder alles normal.
Fleisch macht glücklich
Man sollte die Fantasy-Dame (rund 60 MB) mit dem Mauszeiger drehen, bewegen und zoomen können.
Let’s roll“
Vielleicht sollte man nur noch Flugzeuge besteigen, in denen keine Araber genügend Israelis an Bord sind.
Journalist Tamir Morag wrote after reports that one of the pilots on the plane from Dubai tried to take his own life together with the aircraft, and that Israelis on board managed to neutralize him: “We all agree that if the passengers had not been Israelis, who charged at the suicidal pilot and neutralized him thanks to the Israeli character, this would probably have ended in a mass disaster, yes?”
Krumme Lanke
U-Bahnhof Krumme Lanke, Berlin-Zehlendorf. Ich musste heute noch einmal ins Krankenhaus, um mir die Fäden ziehen zu lassen.
Oriental Market Woman
Man sollte die Fantasy-Dame mit dem Mauszeiger drehen, bewegen und zoomen können.
Das ist noch ein einfaches Modell, ich drösele gerade an komplizierteren Objekten herum.
Arm an Erfahrung
Ich darf die der marxistischen Theorie nicht abholden Leserschaft auf den Aufsatz „Erfahrungsarmut. Kapitalistische Vergesellschaftung und der Verlust geschichtlicher Erfahrung“ von Kevin-Rick Doß und Heinz Gess (2026) aufmerksam machen.
Wer ungern lange und verschwurbelte Texte liest – hier eine von mir modifizierte Kurzfassung der KI.
Warum können Menschen Kriege, Krisen, Ausbeutung und gesellschaftliche Umbrüche erleben, ohne daraus eine dauerhafte geschichtliche Erfahrung und ein Verständnis ihrer gesellschaftlichen Ursachen zu entwickeln?
Die zentrale These
Mit „Erfahrungsarmut“ ist ausdrücklich nicht gemeint, dass Menschen zu wenig erleben. Im Gegenteil: Moderne Gesellschaften produzieren eine enorme Menge von Ereignissen, Informationen und Erlebnissen. Das Problem besteht darin, dass diese Erlebnisse nicht mehr zu einem Zusammenhang verarbeitet werden. Geschichte zerfällt in einzelne Ereignisse; Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verlieren ihre Verbindung. Die Autoren formulieren es sinngemäß so: Menschen verlieren nicht ihre Erinnerungen, sondern zunehmend die Fähigkeit, Erinnerungen als Geschichte zu verstehen.
Entscheidend ist für Doß und Gess, dass dies kein individuelles psychologisches Defizit, sondern gesellschaftlich erzeugt ist. Ihre Argumentation führt von Engels und Marx über Lukács, Horkheimer, Adorno und Hans Kilian zu Musil und Benjamin.
Kapitalismus und Vereinzelung
Der Ausgangspunkt von Marx und Engels war die Einsicht, dass
die kapitalistische Produktionsweise nicht nur die materiellen Lebensbedingungen der Menschen formt, sondern zugleich ihre Wahrnehmung der gesellschaftlichen Wirklichkeit.
Beispiel: Die Menschen leben in der Großstadt räumlich eng zusammen, begegnen sich gesellschaftlich jedoch vor allem als Konkurrenten, Käufer, Verkäufer oder Arbeitskräfte. Dadurch werden eigentlich gesellschaftlich verursachte Probleme individualisiert: Armut erscheint als persönliches Scheitern und nicht als Ergebnis bestimmter gesellschaftlicher Verhältnisse. Das Leiden anderer wird deshalb immer weniger als Ausdruck einer gemeinsamen Situation erfahren.
Die von Menschen selbst geschaffenen gesellschaftlichen Verhältnisse verselbständigen sich laut Marx und treten ihnen anschließend wie eine fremde Macht gegenüber. Was Menschen selbst produzieren, erscheint ihnen als unveränderliche objektive Realität – gewissermaßen als „zweite Natur“. Arbeitslosigkeit, Konkurrenz oder Krisen werden erlebt, der von Menschen geschaffene gesellschaftliche Zusammenhang dahinter verschwindet jedoch aus dem Blick.
Hier knüpft die Kritische Theorie an. Horkheimer und Adorno interessieren sich besonders dafür, warum objektive gesellschaftliche Krisen nicht automatisch zu gesellschaftlicher Erkenntnis führen. Die Erfahrungen der Weltwirtschaftskrise und des Faschismus hatten gezeigt, dass die marxistische Erwartung eines relativ unmittelbaren Übergangs von gesellschaftlicher Lage zu entsprechendem Bewusstsein nicht aufging. Herrschaft müsse daher nicht nur ökonomisch, sondern auch sozialpsychologisch untersucht werden.
Enteignung des Bewusstseins
Mit Hans Kilian führen die Autoren den Begriff der „Enteignung des Bewusstseins“ ein. Menschen müssen die gesellschaftliche Realität einerseits rational genug erkennen, um sich darin behaupten zu können. Andererseits müssen sie Erkenntnisse über deren Irrationalität verdrängen, weil sie sich genau diesen Verhältnissen zur Selbsterhaltung täglich anpassen müssen.
Nichtwissen oder falsches Bewusstsein ist nicht einfach mangelnde Intelligenz oder Bildung. Die gesellschaftliche Anpassung selbst kann verhindern, dass Menschen das Ganze erkennen. Herrschaft reproduziert sich deshalb nicht nur durch Eigentumsverhältnisse oder staatliche Gewalt, sondern auch über die Formen des Wahrnehmens, Erinnerns und Urteilens.
Erleben ist noch keine Erfahrung
Besonders anschaulich wird die These anhand des Ersten Weltkriegs. Robert Musil stellte nach dem Krieg fest, dass eine Generation etwas ungeheuer Einschneidendes erlebt hatte und dennoch kaum fähig war, daraus eine begrifflich vermittelte Erfahrung zu gewinnen. Das Problem war für ihn nicht der Mangel an Ereignissen, sondern der Mangel an Begriffen, mit denen das Geschehene gesellschaftlich verstanden werden konnte.
Walter Benjamin radikalisierte diesen Gedanken mit seinem Begriff der „Erfahrungsarmut“. Die Menschen seien aus dem Weltkrieg nicht reicher, sondern ärmer an mitteilbarer Erfahrung zurückgekehrt. Moderne Katastrophen produzieren demnach keineswegs automatisch Erkenntnis. Sie können sogar das Gegenteil bewirken: Das Erlebte bleibt fragmentiert, wird verdrängt oder erscheint als isoliertes Ereignis, nach dem möglichst schnell wieder „Normalität“ hergestellt werden soll.
Damit entsteht eine Art gesellschaftliche Amnesie: Krise folgt auf Krise, Ereignis auf Ereignis. Jedes wird für sich behandelt, während die historischen und gesellschaftlichen Verbindungen verschwinden.
Kritik an der Gegenwart
Die Autoren übertragen diese Diagnose auf den gegenwärtigen digitalen Kapitalismus. Die Gesellschaft verfügt über eine historisch beispiellose Menge an Informationen, Nachrichten und Bildern. Gerade diese permanente Verfügbarkeit bedeutet aber nicht automatisch mehr Erfahrung. Ein Ereignis verdrängt das nächste, bevor es begriffen und in einen geschichtlichen Zusammenhang eingeordnet worden ist. „Aktualität“ tritt an die Stelle von Erfahrung.
Dazu passt der von ihnen aufgegriffene Gedanke Roger Willemsens: Die Gegenwart könne gleichzeitig voller Wissen und arm an Erfahrung sein. Wissen allein schützt deshalb nach Auffassung der Autoren auch nicht vor gesellschaftlicher Blindheit. Entscheidend sei, ob Menschen das Gewusste geschichtlich und gesellschaftlich einordnen können.
Was dagegen hilft
Hier sehen Doß und Gess die Aufgabe kritischer Bildung und Kritischer Theorie. Bildung dürfe nicht bloß Faktenwissen, Qualifikation oder Kompetenzvermittlung bedeuten. Sie müsse Menschen ermöglichen, ihre individuellen Erfahrungen mit gesellschaftlichen und historischen Zusammenhängen zu vermitteln.
Das bedeutet insbesondere, scheinbar selbstverständliche Verhältnisse wieder als historisch entstanden sichtbar zu machen. Was historisch von Menschen hervorgebracht wurde, ist nicht naturgegeben und prinzipiell auch veränderbar. Erinnerung ist deshalb für die Autoren keine nostalgische Beschäftigung mit der Vergangenheit, sondern eine Form der Gesellschaftskritik.
Resümee
Der Aufsatz behauptet, dass der Kapitalismus nicht nur bestimmte wirtschaftliche und soziale Verhältnisse produziert, sondern zugleich eine Form des Bewusstseins, in der Menschen diese Verhältnisse zunehmend als einzelne, scheinbar natürliche Ereignisse erleben, statt sie als Teile eines von Menschen gemachten geschichtlichen Zusammenhangs zu begreifen. „Erfahrungsarmut“ bedeutet also: viel erleben und viel wissen – aber immer weniger daraus Geschichte machen können.
Blender – einfach ignorieren und aus der Nähe schön

Die Arbeitsoberfläche von Tripo3D.ai – links oben lädt man neue Fotos/Bilder.
Das Publikum bemerkte zutreffend, das Thema Blender und Mesh interessiere mindestens 99,99 Prozent der hiesigen Rezipienten. Da will ich mich nicht lumpen lassen.
ChatGPT hat mir meine jahrelange Scheu genommen, mich mit den Eingeweiden dem fucking manual von Blender zu beschäftigen.
Kann es sein, dass die zahlreichen Features von Blender vor allem dann wichtig sind, wenn man Objekte und Texturen selbst macht, dass man aber nur wenige braucht, wenn man fertige Mesh-Objekte von Tripo3d.ai importiert?
„Ja. Für deinen konkreten Arbeitsablauf mit Tripo3D → Blender → Second Life brauchst du wahrscheinlich nur einen kleinen Bruchteil von Blender.
Blender ist so umfangreich, weil es die komplette Herstellung eines 3D-Objekts abdecken kann: Modellieren, Sculpting, UV-Unwrapping, Texturieren, Rigging, Animation, Beleuchtung, Rendering, Simulationen usw. Wenn Tripo3D dir aber bereits Geometrie + UV-Mapping + Texturen liefert, sind viele dieser Bereiche für dich praktisch überflüssig. Blender kann FBX-Dateien mitsamt Geometrie, Materialien und weiteren Informationen importieren.
Für deinen bisherigen Second-Life-Workflow würde ich Blender im Wesentlichen auf diese Funktionen reduzieren:
►Importieren – FBX/GLB von Tripo3D öffnen.
► Objekt auswählen und kontrollieren – insbesondere Anzahl der Faces/Vertices und ob das Modell aus mehreren Mesh-Teilen besteht.
► Transformieren – G Verschieben, R Drehen, S Skalieren sowie gegebenenfalls Ctrl+A → Scale.
► Duplizieren – Shift+D, um High, Medium, Low und Lowest anzulegen.
► Decimate Modifier – wahrscheinlich die für dich wichtigste Blender-Funktion. Damit reduzierst du die Polygonzahl für die LOD-Stufen. Blender beschreibt Decimate ausdrücklich als Werkzeug zur Reduzierung von Vertices/Faces bei möglichst geringer Veränderung der Form.
► Mesh gegebenenfalls zusammenfügen oder trennen – Ctrl+J, Selection, Edit Mode usw. Das wird wichtig bei deinen Problemen mit Speeren, Knochen oder Figuren aus zahlreichen einzelnen Mesh-Komponenten.
► Material/Texturen kontrollieren – normalerweise nur prüfen, ob Base Color und gegebenenfalls Normal Map korrekt zugeordnet sind. Die eigentliche ORM-Textur kannst du außerhalb Blenders erzeugen. [Das macht ChatGPT – allerdings muss man manchmal nachhaken, weil das Ergebnis nicht immer korrekt bzw. brauchbar ist.]
► Exportieren – für Second Life insbesondere Collada/DAE und die vier LOD-Versionen.
Den größten Teil von Blender kannst du daher ignorieren. Du musst für diesen Zweck weder selbst modellieren noch sculpten, UV-Maps erstellen, Bones/Rigs bauen, animieren, rendern, Geometry Nodes lernen oder Partikel-, Flüssigkeits- und Physiksimulationen beherrschen.
Das erklärt auch, warum Blender zunächst viel komplizierter wirkt, als es für deinen Zweck tatsächlich ist. Dein Blender ist im Grunde eine Zwischenstation zur technischen Aufbereitung der von Tripo3D erzeugten Meshes für Second Life.
Für deinen Workflow reichen vielleicht 10–15 Blender-Funktionen, die man wirklich beherrschen muss.“

Die Arbeitsoberfläche von Blender nach dem Hochladen der FBX-Datei, die von Tripo3D.ai erzeugt wurde.
Ich habe nicht vor, mich auf Secondlife zu beschränken. Aber dort ist es natürlich am einfachsten, die Objekte sofort anzusehen.
Falls es jemand ausprobieren will:
►Ein Foto des gewünschten Objekts erzeugen mit der KI der Wahl – für meinen Zweck reicht ChatGPT (Bezahlversion).
► Das Foto zu Tripo3D.ai hochladen und ein Mesh-Objekt erzeugen lassen. Für Secondlife herunterladen als FBX-Datei; zum Einbinden in ein WordPress-Blog als glTF 2.0 (.glb, .gltf)-Datei. Tripo3D.ai erzeugt automatisch eine Zip-Datei, die man auf dem eigenen Rechner entpacken muss.
► Importieren (nicht „öffnen“!) der FBX-Datei in Blender.
► Reduzieren („dezimieren“) der Anzahl der Polygone zum Weiterverarbeiten.
– Ich mache meistens einen Screenshot und frage ChatGPT nach einem Vorschlag für die Werte. Mittlerweile weiß ich aber bei bestimmten Objekten, zum Beispiel Figuren für Secondlife, auswendig: Rund 90.000 Polygone sind ein guter Start.
– Problem: Firestorm – die Software, die man benutzt, um Objekt nach Secondlife hochzuladen -, verlangt vier verschiedene Versionen: high, medium, low und lowest (was die Zahl der Polygone meint). Die kann man schon mit Blender erzeugen, was eine erbärmliche Fummelei ist und bei mir erst nach dem zigsten Mal funktionierte. Irgendwann riet mir sogar ChatGPT davon ab, weil Firestorm damit nichts anfangen konnte, obwohl es theoretisch hätte funktionieren müssen.
– Blender muss die fertige („dezimierte“) Version des Objekts als Collada-Datei exportieren (Dateiendung .dae).
► Firestorm lädt diese Datei nach Secondlife hoch (build, upload, mesh object).
– Dann erst kommt der knifflige Teil. Man kann nach dem Upload der high-Version die anderen drei von Firestorm reduzieren lassen. Für die variablen Zahlenwerte fragt man besser auch die KI – nicht jedes Vehältnis zwischen den jeweiligen Versionen wird akzeptiert.
Für die eineinhalb Leser, die es bis hier geschafft haben:
► High – höchste Detailstufe, wenn du nahe am Objekt bist.
► Medium – etwas weiter entfernt; weniger Polygone.
► Low – größere Entfernung; deutlich weniger Polygone.
► Lowest – sehr weit entfernt; nur noch eine stark vereinfachte Form.
Der Zweck ist: Aus der Nähe schön aussehen, aus der Entfernung Rechenleistung sparen.
Dann noch die Texturen. Die ORM-Textur (aus den Dateien metallic und roughness, die Tripo3D.ai mitliefert) macht die KI, basecolor und normal kann man einfach hochladen und sie in ein neu erzeugtes „Material“ dröseln (das man dann aus dem Inventar über die Figur zieht).
Das funktioniert leider nicht bei Objekten, die zu viele „herausragende“ Einzelteile haben – zum Beispiel bei Männern, die Speere tragen. Wann das Objekt beim hochladen zerrissen wird bzw. nicht komplett rendert, weiß man nie vorher.
Auf meiner To-Do-Liste steht jetzt zu kapieren, wie man mehrere Mesh-Objekte separat erzeugt und sie dann zusammensetzt.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Zwei von mir erzeugte „Wüstenkrieger“ als Dekoration auf meiner Sim in Secondlife.
Au clair de la lune
Ankunft am Arbeitsplatz, 05:10 Uhr, bei Mondschein.
Scoville und Carolina Reaper
Ich habe ein neues Wort gelernt: Die Scoville-Skala „ist eine Skala zur Abschätzung der Schärfe von Früchten der Paprikapflanze. Der Schärfegrad wird in Scoville-Einheiten (SCU für Scoville Units, auch: SHU für Scoville Heat Units) gemessen.“
Mein südindischer Untermieter und ich haben das gemeinsame Hobby Kochen und können darüber lange fachsimpeln. Ich hatte, weil ich scharfe Paprika brauchte, im Supermarkt meines Vertrauens neugierig Carolina Reaper gekauft, ohne genau zu wissen, was das ist. Ich wunderte mich schon, dass der Auflauf für zwei Tage, in den ich eine der Schoten hineingedröselt hatte, so schmeckte, als hätte ihn Asterix persönlich zubereitet.
Mein Untermieter beichtete mir heute, er habe nach dem Verzehr einer Schote geweint. Darüber musste ich heftig lachen, weil die südindische Küche, die er gewohnt ist, auch gerade nicht so schmeckt wie ungewürztes Tofu.
Die Carolina Reaper ist eine Zuchtform der Paprika-Art Capsicum chinense. Im November 2013 erhielt diese Sorte den Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde als schärfste Chili-Sorte der Welt und verdrängte damit den zuvorigen Spitzenreiter Trinidad Moruga Scorpion vom ersten Platz. Der gemessene Spitzenwert der Carolina Reaper lag bei über 2,4 Millionen Scoville, der errechnete Durchschnittswert lag bei 1,6 Millionen Scoville.
Ich habe wieder einige 12-Stunden-Schichten vor mir und muss heute noch Birnenkompott machen, weil ein Arbeitskollege mir ein paar Kilo Birnen aus seinem Garten mitgegeben hat, die er nicht loswurde. Dann Bouletten aka Frikadellen und Kartoffelsalat zum Mitnehmen zur Arbeit. Und Chili con Carne mit einem winzigen Bisschen Carolina Reaper für heute Abend. Zwischendurch fummele ich wieder an Blender…
Model
Man sollte die Dame mit dem Mauszeiger drehen, bewegen und zoomen können.
Auch wenn vielleicht ein Promille des Publikums nur einen grauen Streifen sieht: Ich muss noch ein bisschen herumspielen und Erfahrungen sammeln, damit ich mich an die komplizierten Dinge in Blender heranwage.
















































